Wirtschaft Deutschland beendet Steinkohle-Abbau

Das "schwarze Gold" wird in Zukunft nur noch aus dem Ausland gekauft.

Seit vielen Jahren erzeugen die Menschen in Deutschland Energie für Strom und zum Heizen, indem sie Kohle verbrennen. Kohle entsteht, wenn abgestorbene Pflanzen über Millionen von Jahren unter der Erde zusammengedrückt werden. Um an die Kohle zu gelangen, graben Arbeiter sie tief unter dem Boden aus. Mit dem Abbau von Steinkohle wurden Arbeitsplätze geschaffen, und viele Menschen konnten davon leben. Darum nannte man die Kohle auch „schwarzes Gold“.

Gefährlich für Mensch und Umwelt

Heute kauft Deutschland viel Kohle aus anderen Ländern, etwa aus China. Das ist günstiger, als sie selbst abzubauen. Zudem ist die Arbeit gefährlich, da Bergleute unter der Erde verschüttet werden können. Kohle ist auch schlecht für die Umwelt. Daher soll in Deutschland nun keine Steinkohle mehr abgebaut werden.

Die Zeit nach der Steinkohle

Am 21. Dezember übergeben Bergmänner das letzte Stück abgebaute Steinkohle an den Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier. Mit dieser Geste endet ein wichtiger Teil deutscher Geschichte. Viele Städte haben sich rund um die Steinkohle-Werke gebildet, wie Essen und Duisburg im Ruhrgebiet. Viele Menschen dort haben ihr Leben lang im Bergbau gearbeitet. Das Ruhrgebiet muss nun andere Firmen anlocken, damit die Menschen neue Arbeitsplätze finden und nicht wegziehen. Wenn der Steinkohleabbau endet, bleiben die sogenannten Ewigkeitslasten: Wo nach Kohle gegraben wurde, hat sich der Boden abgesenkt. Dort sammelt sich schnell viel Wasser, das mithilfe vieler Pumpen in Schach gehalten werden muss. Dafür müssen die Steinkohle-Regionen auch lange nach dem Ende des Bergbaus Hunderte Millionen Euro pro Jahr bezahlen.

Weiterhin dicke Luft

Auch wenn mit der Steinkohle Schluss ist: Braunkohle wird hier weiterhin abgebaut. Diese liegt nicht so lange unter der Erde wie Steinkohle, ist aber genauso umweltschädlich. Bei der Kohleverbrennung gelangt besonders viel Kohlendioxid (CO2) in die Luft. Zu viel dieses Schadstoffs lässt die Temperatur auf der Erde ansteigen. Das hat viele negative Folgen, etwa Naturkatastrophen. Deshalb haben sich im Dezember 2015 viele Staaten der Welt in Paris getroffen und beschlossen, etwas gegen die Klimaerwärmung zu tun. Vor allem wollen sie weniger Kohlendioxid produzieren. Das geht nur, wenn in Zukunft weniger Kohle, Öl und Gas verbrannt werden. Stattdessen soll mehr Energie etwa mithilfe der Sonne gewonnen werden. Deshalb fordern Umweltschützer, auch den Abbau der Braunkohle abzuschaffen.