Wincent Weiss "Alle haben meine Unterhose gesehen!"

Mit seinem neuen Album „Irgendwie anders“ geht Wincent Weiss bald auf Tour. Im Interview mit Pia (7) und Emma (10) plaudert er über peinliche Patzer auf der Bühne und seine Zukunftswünsche.

Pia: Wincent, dein neues Album heißt „Irgendwie anders“. Was ist denn anders?

Wincent Weiss: Ich selbst habe mich eigentlich nicht verändert, aber meine Musik. Ich habe viel herumprobiert, bis ich meinen Stil gefunden habe. Für das erste Album habe ich etwa 40 Lieder geschrieben. Ich wusste noch nicht, wie ich klingen möchte. Wenn ich Musik höre, dann am liebsten Metal und Rock. Deshalb gibt es auf dem neuen Album auch Lieder, in denen ich etwas härter singe. Da habe ich mich diesmal mehr getraut.

Emma: Wie lange hast du für das Album gebraucht, und warst du dafür auch in anderen Ländern?

Wincent Weiss: Etwa zwei Jahre. Alle Lieder sind in München entstanden. Ich würde total gerne zum Songschreiben ins Ausland gehen. Leider habe ich dafür gar keine Zeit.

Pia: Hast du schon ein Lieblingslied auf dem neuen Album?

Wincent Weiss: Das ist schwierig. Alle Lieder liegen mir sehr am Herzen. Eines meiner Lieblinge ist „Kaum erwarten“, da geht es um meine Zukunft: Ich will mal Papa werden und als Opa eine coole Oma-Frau haben, mit der ich rumalbern kann.

Emma: Welche drei Dinge dürfen im Tonstudio nicht fehlen?

Wincent Weiss: Unser Studiohund Lino darf auf keinen Fall fehlen. Der ist immer dabei und stört gar nicht. Meistens schläft er. Er haart total, deshalb sind meine Klamotten danach immer voller weißer Haare. Kaffee darf auch nicht fehlen, um wach zu bleiben. Manchmal sind wir 17 Stunden am Stück im Studio. Und natürlich mein Produzent, ohne den würde ich nicht gerne ins Studio gehen.

Pia: Hast du ein Ritual, bevor du auf die Bühne gehst?

Wincent Weiss: Ich gehe immer mit meinem Pianisten auf die Toilette. Selbst wenn einer gerade erst war, dann geht er eben noch mal. Kurz bevor es losgeht, mache ich mit meinem Team eine Runde Flaschendrehen. Der, auf den die Flasche zeigt, hält eine kleine Motivationsrede und wünscht allen viel Spaß.

Emma: Bald gehst du auf Tour. Wird es für das Publikum eine Überraschung geben?

Wincent Weiss: Es gibt natürlich viele neue Lieder, endlich! Bei der ersten Tour konnte ich ja nur die vom ersten Album spielen, jetzt sind es doppelt so viele. Und die Show wird cooler: mit Licht, Konfetti und Feuer.

Pia: Ist bei einem Auftritt schon mal etwas schiefgegangen?

Wincent Weiss: Es geht fast immer etwas schief. Einmal auf einer Akustiktour habe ich ein ruhiges, emotionales Lied gesungen. Ich saß also auf der Bühne, die Augen geschlossen, als das Publikum anfing zu lachen. Ich war völlig verwirrt, habe mich aber nicht getraut, die Augen aufzumachen. Erst nach dem Lied merkte ich: Meine Hose war am kompletten Oberschenkel aufgerissen, alle konnten meine Unterhose sehen! Das hat die Stimmung zwar aufgelockert, aber mir war es natürlich ziemlich peinlich.

Emma: Du warst für die Fernsehsendung „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ in Südafrika. Was hat dir da am besten gefallen?

Wincent Weiss: Es hat unheimlich viel Spaß gemacht, meine Lieder von anderen Künstlern gesungen zu hören, die sie umgeschrieben und neu interpretiert haben. Ich habe ein Lied von Michael Patrick Kelly nachgesungen, das lag mir sehr am Herzen. Ich habe es komplett ins Deutsche übersetzt und daraus meine eigene Geschichte gemacht. Die ganze Zeit in Südafrika war total schön und lustig, wie eine Klassenfahrt, nur mit Kollegen.

Pia: Wohin willst du als Nächstes verreisen?

Wincent Weiss: Puh, da steht einiges auf dem Zettel. Ich hatte vor, im April nach Bali zum Surfen zu gehen, musste die Reise aber absagen, weil ich Bandproben habe. Am meisten zieht es mich ins Warme, an den Strand.

Emma: Könntest du dir vorstellen, bei „The Voice Kids“ in der Jury zu sitzen?

Wincent Weiss: Ja! Ich habe mir immer gewünscht, einmal mit Kindern zu arbeiten. Ich war sogar schon mehrmals als Praktikant im Kindergarten. Mit Kindern Musik zu machen wäre mein absoluter Traum.

Pia: Möchtest du für immer Sänger bleiben?

Wincent Weiss: Auf jeden Fall. Aber nur, solange trotzdem noch genug Zeit für Freunde und Familie bleibt. Wenn ich mal eine eigene Familie habe, muss die Musik wahrscheinlich kürzer treten.

Emma: Wie oft kommst du noch nach Hause?

Wincent Weiss: Zurzeit klappt das leider nur etwa alle zwei Monate. Meine kleine Schwester ist richtig sauer, weil ich ihren Geburtstag jetzt schon dreimal in Folge verpasst habe. Zu ihrem 16. Geburtstag muss ich es aber unbedingt schaffen, das habe ich ihr versprochen – ganz egal, welches Konzert ansteht.


Wincent Weiss Der 26-Jährige kommt aus dem norddeutschen Städtchen Eutin. Mit gerade mal 16 Jahren ist er in eine eigene Wohnung gezogen. Nach dem Abitur hat er drei Jahre in München gelebt und dort seine ersten Songs geschrieben. Vor sechs Jahren stand er für die Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ vor der Kamera. Der große Erfolg kam später: Auf Youtube hat er eine eigene Version von „Unter meiner Haut“ geteilt, die es 2015 in die Charts schaffte. Im gleichen Jahr ist sein erstes Album „Irgendwas gegen die Stille“ erschienen, darauf sind die Ohrwürmer „Feuerwerk“ und „Musik sein“.