Regenwald Dürre am Amazonas

Tanja Volz

Der brasilianische Amazonas-Regenwald erlebt derzeit eine verheerende Dürre. Es regnet nicht, und es ist zu heiß.

Viele der großen Flüsse, die in den riesigen Amazonas münden, haben kein Wasser mehr. Damit können keine Schiffe mehr fahren, zahlreiche Dörfer und Siedlungen sind von der Außenwelt abgeschnitten. Hunderttausende Menschen haben kein Trinkwasser. Auch fehlt es an Nahrungsmitteln und Medikamenten. Die beispiellose Dürre ist auf drei Ursachen zurückzuführen: Zunächst die Klimaerwärmung und die Abholzung des Regenwaldes. Letzteres ist zwar ein bisschen besser geworden, seit die Regierung in Brasilien gewechselt hat. Aber das ändert den Effekt der gnadenlosen Rodung der vergangenen Jahre nicht mehr. Der dritte Grund ist das Wetterphänomen El Niño. Alle zwei bis sieben Jahre tritt dies auf und hat extreme Wetteränderungen im jeweiligen Jahr zur Folge: Winde wehen anders, Strömungen in den Ozeanen verändern sich, an manchen Orten wird das Wasser wärmer. Wenn der zweitlängste Fluss der Erde, der Amazonas, austrocknet, ist das nicht nur eine Gefahr für die Natur und die Menschen dort, sondern auch für das Klima und damit für die ganze Welt.

Wichtiger CO2-Speicher

Wenn das fehlende Wasser die Bäume und Pflanzen verdursten lässt, hat das einen enormen Einfluss auf das weltweite Klima. Die Pflanzen und damit auch der Boden des Regenwalds im Amazonasbecken speichern das klimaschädliche Gas CO2. Und zwar richtig viel: Forschende haben ausgerechnet, dass es zwischen 550 und 734 Milliarden Tonnen CO2 sind. Zum Vergleich: Das ist fast tausendmal so viel wie das, was nur in Deutschland jedes Jahr an klimaschädlichen Abgasen in die Luft geblasen wird. Wenn der Amazonasregenwald tatsächlich in weiten Flächen stirbt, könnte sich die Erde noch sehr viel stärker und schneller aufheizen.

Unglaubliche Natur

Der Amazonasregenwald ist der größte Regenwald der Welt. Er befindet sich im Amazonasbecken, dem Einzugsgebiet des riesigen Flusses mit dem Namen Amazonas. 60 Prozent dieses Gebietes, also mehr als die Hälfte, gehören zu Brasilien. Hier wachsen mehr als 40 000 Pflanzenarten, und es leben 427 Säugetierarten, 1294 Vogelarten und mehr als 3000 Fischarten – zumindest sind das die Arten, die man bisher kennt. Es sind aber sicher noch viel mehr! Alle sind auf Wasser angewiesen. Jüngst wurden Hunderte toter Flussdelfine entdeckt. Wobei ihnen nicht nur das fehlende Wasser zu schaffen macht, sondern auch die hohen Wassertemperaturen von fast 40 Grad.