Naturschutz Artensterben stoppen!

Tanja Volz

Bei der Weltnaturschutzkonferenz in der kanadischen Stadt Montreal haben sich zwei Wochen lang Experten und Politiker getroffen, um über den Zustand der Erde zu beraten.

Es ging vor allem darum, wie man die Natur besser schützen kann, bevor es endgültig zu spät ist. Fast 200 Länder haben daran teilgenommen, und es wurde sehr viel gestritten. So viel, dass man zunächst dachte, dass man sich vielleicht gar nicht einigen kann. Doch in einer Sitzung bis tief in die Nacht wurde schließlich ein Vertrag geschlossen. Die Länder haben sich verpflichtet, mehr für den Artenschutz zu tun. Sie haben sich geeinigt, mehr Geld für den Naturschutz auszugeben, weniger Flächen der Erde auszubeuten und die Ureinwohner zu schützen.

Schutz von Land und Meer

Dies feiern Umweltschützer als Erfolg: Mindestens ein Drittel der Erde soll unter besonderem Schutz stehen. Das heißt: Bis zum Jahr 2030 werden 30 Prozent aller Flächen sowohl an Land als auch im Meer zu Schutzgebieten. Das ist mehr als bisher: Derzeit sind 17 Prozent der Land- und sieben Prozent der Wasserflächen geschützt. Allerdings ist nicht klar, wie genau diese Gebiete geschützt werden sollen. Die Teilnehmerstaaten müssen nun einzeln diesen Schutz in ihren Gebieten gestalten.

Tiere und Pflanzen

Schätzungsweise jede achte Tier- und Pflanzenart auf der Erde ist vom Aussterben bedroht. Dazu gehören etwa Tiger, Eisbären, Wale oder auch unzählige Insekten. Wir befinden uns mitten im größten Artensterben seit dem Verschwinden der Dinosaurier. Schuld daran sind vor allem die Menschen: Die Tiere haben immer weniger Lebensraum, weil wir diesen für unsere Häuser brauchen. Die Umwelt wird verschmutzt, und der Klimawandel macht den Tieren und Pflanzen zu schaffen. Zudem werden Tiere immer noch gejagt, Wilderer treiben ihr Unwesen.

Mehr Geld für die Natur

Naturschutz ist teuer! Doch viele schützenswerte Tiere und Pflanzen leben in Ländern, die arm sind. In asiatischen oder afrikanischen Ländern haben die Menschen andere Probleme als den Naturschutz, etwa weil sie nichts zu essen haben. Damit sich auch arme Länder Naturschutz leisten können, sollen reichere Länder Geld dafür geben: Insgesamt 18 Milliarden Euro bis zum Jahr 2025 und mindestens 28 Milliarden Euro bis 2030.

Schutz der Ureinwohner

Mit dabei bei der Konferenz waren auch Vertreter sogenannter indigener Völker. Das sind Ureinwohner, die seit Tausenden Jahren am gleichen Ort und im Einklang mit der Natur leben, etwa im Regenwald oder in Australien. Diese Leute wurden nun gehört und ihre Rechte werden geschützt: Sie dürfen nicht mehr aus ihren Lebensräumen vertrieben werden und können so leben, wie sie möchten.

Es gibt auch Kritik

Nicht alle Menschen sind begeistert von diesem Vertrag. Vielen Umwelt- und Naturschützern reicht er nicht aus. „Die Welt rast in der Natur- und Klimakrise auf einen Abgrund zu. Doch statt entschieden zu bremsen, geht sie lediglich etwas vom Gas“, sagt der Chef des deutschen Naturschutzbundes Nabu, Jörg-Andreas Krüger. Wie er finden auch andere Kritiker, dass die Regeln nicht ausreichen werden, um das Aussterben von Tieren und Pflanzen zu stoppen.