Napoleon Bonaparte Der machthungrige Kaiser

Am 15. August feiern die Franzosen den 250. Geburtstag ihres ersten Kaisers: Napoleon Bonaparte. Seine Herrschaft veränderte nicht nur Frankreich, sondern ganz Europa. In nur zwölf Jahren schwang sich Napoleon vom einfachen General zum mächtigsten Mann Europas auf. Hier erfährst du mehr über ihn.

Kindheit: Als eines von 13 Kindern wird Napoleon am 15. 8. 1769 in der Stadt Ajaccio auf der Insel Korsika geboren. Die Beziehung zu seinen sieben Geschwistern, die das Erwachsenenalter erreichen, bleibt sehr eng. Später versorgt Napoleon sie mit Geld und wichtigen Jobs.  Seine Eltern sind verarmte Adelige, die ihn mit neun Jahren auf die Militärschule schicken. Dort erst lernt der Junge mit dem starken korsischen Akzent richtig Französisch und entpuppt sich als Mathegenie. 

Vom Soldaten zum Kaiser: Während der Französischen Revolution wird Napoleon als siegreicher General zum Volkshelden. 1799 stürzt er die Revolutionsregierung und lässt sich – genau wie sein großes Vorbild Julius Caesar – zum Konsul wählen. 1804 nimmt er in der Pariser Kathedrale Notre-Dame dem Papst die Krone aus der Hand und krönt sich selbst zum Kaiser.

Modernisierer: Der machtgierige Alleinherrscher regiert sein Land  fortschrittlich und bürgernah. Er verschafft den Franzosen nicht nur wieder Arbeit und Essen, sondern sorgt mit einem neuen Regelwerk (Code Civil) auch dafür, dass vor dem Gesetz alle Menschen frei und gleich sind. 

Kriegsherr: Napoleon krempelt Europa komplett um. Außerhalb Frankreichs wird er darum von vielen Ländern als korsisches Ungeheuer wahrgenommen. Der Kaiser will ganz Europa beherrschen und führt darum einen Krieg nach dem anderen. Außerdem will er durch möglichst viele Siege seine Überlegenheit beweisen. Die anderen europäischen Herrscher und die reiche französische Herrschaftsschicht sieht Napoleon nämlich nicht als gleichwertig an, weil er nicht aus einer königlichen Familie stammt. Als Napoleon ab 1812 nicht mehr siegt, bricht seine Herrschaft zusammen.

Untergang: Obwohl fast ganz Europa unter seinem Kommando steht, ­bekommt Napoleon nicht genug. 1812 will er Russland erobern und scheitert. Danach wenden sich alle Feinde und auch seine ehemaligen Verbündeten gegen ihn. 1813 wird er  in der Völkerschlacht von Leipzig geschlagen. Die Franzosen verbannen Napoleon auf die Mittelmeerinsel Elba. Doch der kehrt noch einmal für 100 Tage zurück und zieht bei Waterloo in eine letzte, vernichtende Schlacht gegen Großbritannien und Preußen. Die Briten schicken Napoleon diesmal weiter weg, auf die Insel St. Helena, die im Südatlantik zwischen Südamerika und Südafrika liegt. Dort stirbt der einst so mächtige Kaiser mit 51 Jahren ganz einsam an Magenkrebs.