Moria Menschen in Not

Durch den Brand im Flüchtlingscamp Moria auf der griechischen Insel Lesbos vergangene Woche wurden mehr als 12 000 Menschen obdachlos.

Was war passiert?

Ein Brand hat am vergangenen Mittwoch das Lager Moria fast vollständig zerstört. Die griechische Regierung geht davon aus, dass das Feuer von Geflüchteten gelegt worden ist. Zuvor hatte es immer wieder Proteste gegen die schlimmen Bedingungen im Camp gegeben. Außerdem war das Lager unter Quarantäne gestellt worden, weil sich Menschen mit dem Coronavirus angesteckt hatten. Also durfte niemand das Lager mehr verlassen.

Wo können die Menschen hin?

Einige hundert Menschen wurden bisher in einem Ersatzlager untergebracht. Manche weigern sich aber, in ein neues Camp zu ziehen. Die Politiker der Europäischen Union diskutieren nun darüber, wie sie den Geflüchteten helfen können. Bundeskanzlerin Angela Merkel plant, dass Deutschland rund 1 500 Menschen aufnimmt, und zwar Familien mit Kindern. Außerdem sollen 100 bis 150 Jugendliche nach Deutschland kommen, die ohne Eltern in Moria lebten.

Aufnehmen oder nicht?

Die Menschen aus Moria brauchen schnell Hilfe. Das fordern auch viele Menschen in Deutschland. In mehreren Städten gab es sogar Demonstrationen deswegen. Trotzdem fällt es Politikern schwer, eine Lösung zu finden. Manche finden es ungerecht, dass nicht jedes europäische Land bereit ist, gleich viele Geflüchtete aufzunehmen. Andere fürchten, wenn sie einmal Menschen aufnehmen, kommen immer mehr. Über diese Dinge wird in der EU schon lange diskutiert.

Europas größtes Lager

Moria ist ein Camp für geflüchtete Menschen auf der griechischen Insel Lesbos. Es besteht seit Oktober 2015. Lesbos liegt vor der türkischen Küste. Dort kommen viele Menschen an, die über die Türkei in die Europäische Union gelangen wollen. Meist stranden sie auf Lesbos, weil die Griechen sie nicht weiterziehen lassen und andere europäische Länder sie nicht aufnehmen. Manche Menschen bleiben deshalb Monate oder sogar Jahre in Moria. Das Lager hatte vor dem Brand Platz für 2 800 Menschen. Es lebten dort aber mehr als 12 000 in Zelten, Containern und selbst gebauten Hütten. Weil Moria völlig überfüllt war, herrschten schlimme Bedingungen. Es gab etwa zu wenig zu essen und kaum Möglichkeiten, sich zu waschen. Die Zustände in dem Lager wurden immer wieder kritisiert, zum Beispiel von Hilfsorganisationen.