Ein Fall für Paul Warum werden Kinder nicht gegen Corona geimpft?

Paul, wieso werden Kinder eigentlich nicht gegen Corona geimpft?

Seit einigen Wochen wird nun auch in Deutschland geimpft. Zunächst werden alte Menschen mit dem Impfstoff vor Corona geschützt sowie Leute mit dauerhaften Krankheiten. Denn es ist wichtig, dass der Impfstoff in erster Linie denjenigen hilft, die am schwersten an Covid-19 erkranken, sagen Experten des zuständigen Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin. Es geht dabei also immer um Erwachsene und nicht um Kinder. Denn Kinder, das hat die einjährige Erfahrung mit Corona gezeigt, scheinen sich weniger häufig mit dem Virus anzustecken. Und wenn doch, werden Kinder und Jugendliche normalerweise nicht schwer krank. Die Erkrankung verläuft meist harmlos und wird nicht lebensbedrohlich. Die Wissenschaftler des RKI gehen zudem davon aus, dass Kinder automatisch geschützt sind, wenn in absehbarer Zeit möglichst viele Erwachsene beim Impfen waren. Denn dann wird es für das Virus immer schwieriger, sich auszubreiten. Zumindest wenn man davon ausgeht, dass geimpfte Menschen das Virus nicht doch weitergeben können. Das ist derzeit noch nicht so ganz klar. Das muss sich erst zeigen.

Keine Versuche mit Kindern!

Weil das Immunsystem von Kindern sich erst noch bilden muss und anders reagiert als das von Erwachsenen, kann der Impfstoff nicht einfach ohne weitere Forschung auch Kindern gegeben werden. Impfstoffe und auch andere Medikamente werden grundsätzlich zunächst an ganz gesunden, fitten, jungen Erwachsenen ausprobiert. Wenn diese die Substanz gut vertragen, wird der Impfstoff auch an älteren Menschen und Patienten mit Erkrankungen getestet. Erst wenn sich zeigt, dass die Spritzen wirklich sicher wirken und keine oder nur geringe Nebenwirkungen haben, wird die Substanz zunächst für Jugendliche und später für Kinder zugelassen. Dann muss aber meist noch untersucht werden, welche Mengen für Kinder gut sind. Oftmals wird sogar noch die Zusammensetzung in der Spritze verändert. Grundsätzlich gilt: Kinder kommen immer erst zum Schluss dran, wenn eigentlich nichts mehr schief gehen kann! Ausnahme sind Kinderkrankheiten. Diese Art der Impfstoffe wird aber auch eigens für Kinder entwickelt.

Trotzdem geschützt!

Obwohl es für Kinder noch keinen Impfstoff gibt, sind sie bald dennoch geschützt: Wenn möglichst viele Erwachsene geimpft sind, werden sich auch Kinder weniger anstecken. Wenn genügend Menschen sich die zwei Impfspritzen geholt haben, wird der Unterricht wieder problemlos in den Schulen stattfinden können, Schwimmbäder öffnen wieder und Fußball im Verein kann auch wieder gespielt werden.

Wurden Jugendliche getestet?

Ja. Der Biontech-Impfstoff, der auch in Deutschland verwendet wird, wurde wohl auch an hundert Jugendlichen zwischen 16 und 18 Jahren getestet. Das ist aber viel zu wenig für eine Zulassung für dieses Alter. Das Unternehmen plant, dass in den kommenden Monaten Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren an Untersuchungen teilnehmen. Danach seien weitere Studien an Kindern unter 12 Jahren geplant, schreiben Biontech-Forscher in einer medizinischen Fachzeitschrift.