Ein Fall für Paul Film ab!

Nico (10) fragt: „Wie funktioniert eine Filmkamera?“  

Lieber Nico,

Filmkameras gibt es schon seit fast 130 Jahren: Der Franzose Louis Le Prince hat 1888 die erste Filmkamera gebaut. Früher funktionierten die Geräte ganz anders als heute. Bis etwa 1970 bestanden Filmkameras aus einem lichtdichten Gehäuse mit einem Bildfenster. Das Bildfenster ist die Öffnung, durch die das Licht in die Kamera fällt. Dahinter folgt der Umlaufverschluss. Das ist ein kreisrundes Blech, welches zur Hälfte ausgeschnitten ist. Der Umlaufverschluss dreht sich im Kreis und verschließt und öffnet somit immer wieder das Bildfenster. Wenn das Bildfenster offen ist, fällt Licht herein. Durch die Kamera läuft ein Filmstreifen, der vom Filmantrieb in Bewegung gebracht wird. Immer wenn der Umlaufverschluss Licht in die Kamera lässt, wird der Filmstreifen angehalten und belichtet. Er speichert dann das Bild, dass er durch das Bildfenster sieht. Ist das Bildfenster geschlossen, dreht sich der Film weiter bis zur Aufnahme des nächsten Bildes. Daher kommen auch die Begriffe „einen Film drehen“ oder „Dreharbeiten“. Dieser Vorgang passiert natürlich ziemlich schnell, und es entstehen ganz viele Bilder hintereinander. Mit einem Filmprojektor kann man die einzelnen Bilder dann als bewegte Bilder vorführen. Man erkennt dann kaum noch, dass es eigentlich ganz viele einzelne Fotos sind, die schnell hintereinander abgespielt werden. Vielleicht hast Du schon mal einen alten Schwarz­-Weiß­-Film gesehen. Diese Filme laufen oft noch nicht so fließend wie heutige Filme ab. Manchmal sehen Bewegungen etwas abgehackt aus, wenn eine Lücke zwischen den Bildern ist. Heutzutage werden kaum noch Filmkameras benutzt. Stattdessen gibt es Videokameras. Sie speichern die einzelnen Bilder nicht mehr auf einem Film, sondern zeichnen sie in Form von elektrischen Signalen auf einen magnetischen Träger auf. Jetzt wird es kompliziert: Wo sich früher der Filmstreifen befand, ist heute ein sogenannter CCD­-Chip. CCD steht für „charge coupled device“, das ist Englisch und bedeutet „ladungsgekoppeltes Bauteil“. Ein CCD­Chip ist ein lichtempfindlicher, elektronischer Sensor, der optische Signale verarbeitet. Das bedeutet, er erkennt Helligkeitsunterschiede und wandelt sie in elektronische Bildsignale um. Die können sofort wieder als Bilder sichtbar gemacht werden. Anders als bei einer Filmkamera kannst Du bei einer Videokamera die Bilder also gleich wieder anschauen und brauchst dafür keinen Filmprojektor mehr.