Ein Fall für Paul Ein winterlicher Brauch

Chiara (9) fragt: „Wer hat den Weihnachtsmarkt erfunden?“

Liebe Chiara,

jedes Jahr versüßt uns der Weihnachts­markt das Warten bis Heiligabend. Mit dem Duft von Zimt, Vanille und gebrannten Man­deln in der Nase durch die funkelnde Mär­chenlandschaft zu schlendern, ist magisch. Man kann nicht sagen, dass jemand den Weihnachts­markt erfunden hat, er hat sich über Jahrhunderte entwickelt. Schon vor 800 Jahren gab es Märkte in der Winter­zeit. Die Menschen deckten sich für die kalte Jahres­zeit mit Fleisch, Körben, Besen und Wolle ein. Auch warme Getränke und Speisen wurden angeboten. Al­lerdings waren es eher kurze Veranstaltungen an den Adventswochenenden. Im 17. Jahrhundert, also vor rund 400 Jahren, wurde Handwerkern dann erlaubt, auf den Märkten Spielzeuge und an­dere Holzarbeiten zu verkaufen. Auch Stände von Zucker­bäckern und mit gerösteten Nüssen gab es damals schon. Nach und nach breiteten sich die Weih­nachtsmärkte im deutschsprachigen Raum aus. Seit fast 100 Jahren sind Weihnachtsmärkte ein fester Bestandteil des vorweihnachtlichen Brauchtums. Wenn Du wissen willst, wie die Märkte früher waren, kannst Du zum Beispiel den Esslinger Mittelalter­markt besuchen. Dort triffst Du Gaukler, Feuerschlu­cker, Märchenerzähler und Musikanten. Der älteste Weihnachtsmarkt Deutschlands ist übrigens der Dresdner Striezelmarkt.