Ein Fall für Paul Der Blick im Nacken

Lilan (12) fragt: „Spürt man es, wenn man von jemandem beobachtet wird?“

Liebe Lilan,

stell dir vor, du stehst auf dem Schulhof und bist dir plötzlich ganz sicher, dass dich jemand hinter deinem Rücken anstarrt. Da bist du nicht alleine, denn viele Leute sagen, es gäbe so etwas wie einen sechsten Sinn, der uns verrät, wenn uns jemand von hinten anschaut. Doch Wissenschaftler sind sich ganz sicher, dass es diesen sechsten Sinn nicht gibt – unsere fünf Sinne sind Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten. Aber es gibt eine Erklärung dafür, warum man scheinbar merkt, dass man beobachtet wird. Unsere Augen und Ohren reagieren ständig auf winzige Eindrücke: Wenn etwa am Rand des Kopfes ein kleines Insekt vorbeischwirrt, wird diese Bewegung oder das Summen an unser Gehirn weitergeleitet, ohne dass wir das bewusst wahrnehmen. Solche Reize lösen einen Reflex aus, und wir drehen uns automatisch und ungewollt um. Und dann steht auf dem Schulhof jemand, der tatsächlich zufällig in deine Richtung schaut. Und schon denkst du, du wurdest beobachtet. Eine andere Erklärung lautet: Du hast etwas ausgefressen, zum Beispiel die Hausaufgaben nicht gemacht oder den Fahrradhelm nicht aufgesetzt. Und nun hast du ein schlechtes Gewissen. Das führt oft dazu, dass man sich nervös umblickt. Immer wieder. Und auch dabei trifft man auf zufällige Blicke, denkt aber, man wird angestarrt.