Baden-Württemberg Wir haben die Wahl

Am 14.3. wählen die Bürger die Politiker, die gemeinsam als Regierung das Land Baden­-Württemberg in den nächsten fünf Jahren führen werden. Wir erklären dir, warum und wie gewählt wird.

Warum wählen wir?

Deine Klasse hat bestimmt einen Klassensprecher. Der wurde von euch allen gewählt und vertritt die Meinung deiner Klasse gegenüber den Lehrern. So wie ihr jemanden habt, der für euch spricht, gibt es bei allen Völkern jemanden, der für die Gemeinschaft entscheidet. Früher waren das oft Könige, die mit ihren Untertanen umspringen konnten, wie sie wollten. Das darf dein Klassensprecher nicht. Heute gibt es nicht mehr so viele Könige – und wenn, dann können sie meist nicht mehr alles alleine entscheiden, denn vor mehr als 200 Jahren wollten sich die Menschen nicht mehr von einem König bevormunden lassen. Sie wollten mitsprechen. In einer modernen Demokratie dürfen seither alle Menschen eines Landes mitbestimmen. Weil es aber schwierig wäre, wenn alle Probleme immer von Millionen von Menschen entschieden werden müssten, wählen wir Vertreter – so wie du den Klassensprecher. In einer Demokratie werden sie Abgeordnete genannt. Das sind Menschen, die politische Fragen so entscheiden, wie ihre Wähler sich das wünschen.

Was wählen wir?

Deutschland ist in 16 Bundesländer unterteilt. Wir leben in dem Bundesland Baden-­Württemberg. Jedes dieser Bundesländer hat eine eigene Volksvertretung, den Landtag, und eigene Chefs, die Landesregierung. Sie vertritt die Interessen von Baden­-Württemberg gegenüber der Bundesregierung von Angela Merkel in Berlin. Der Landtag wird anders als der Bundestag nicht von allen Deutschen gewählt, sondern nur von den Menschen, die in dem Bundesland leben, und zwar alle fünf Jahre. Er tagt in der Landeshauptstadt Stuttgart und beschäftigt sich mit Fragen, die für Baden-­Württemberg wichtig sind. In diesem Parlament wird etwa entschieden, was die Schüler alles lernen sollen. Es bestimmt auch über den Verkehr und die Polizei. Es stellt Gelder für Kindergärten, Schulen, Universitäten und Staatstheater zu Verfügung. Und es darf beim Fernsehsender SWR oder dem Jugendradio Das Ding mitreden.

Wie wählen wir?

Wer wählen gehen darf, muss mindestens 18 Jahre alt sein. Dann bekommt man eine Wahlbenachrichtigung. Darauf steht, wann und wo man wählen gehen kann. Oft sind die Wahllokale in Schulen. Dort bekommt man den Stimmzettel. Darauf sind alle Kandidaten des Wahlkreises aufgelistet. Hinter ihrem Namen steht, für welche Partei sie antreten. Mit dem Zettel geht man in eine Wahlkabine und macht sein Kreuz. Wer möchte, kann auch eine sogenannte Briefwahl beantragen. Hier bekommt man die Wahlunterlagen per Post und füllt sie zuhause aus. Dann muss man sie nur pünktlich wieder zurückschicken. Egal, ob vor Ort oder per Brief, bei der Wahl darf niemand zuschauen, denn in Deutschland sind Wahlen allgemein, geheim, frei und gleich. Frei bedeutet, dass niemand gezwungen werden darf, eine bestimmte Person zu wählen. Gleich heißt, dass jede Stimme gleich viel wert sein muss. Die Städte und Dörfer in Baden­-Württemberg werden in 70 Wahlkreise aufgeteilt. Dort tritt für verschiedene Parteien jeweils ein Kandidat an, der die Menschen des Wahlkreises im Landtag vertreten will. In jedem Wahlkreis leben ungefähr gleich viele Menschen.

Wen wählen wir?

Wer zum Beispiel in Stuttgart wählen geht, kann nicht neben Winfried Kretschmannsein Kreuz machen. Das können nur die Wähler im Wahlkreis Nürtingen. Das liegt daran, dass die Wähler den Ministerpräsidenten nicht direkt wählen können. Sie haben nur eine Stimme. Mit der wählen sie eine Frau oder einen Mann, die oder der in ihrem Wahlkreis für eine bestimmte Partei antritt. Die Parteien haben unterschiedliche Vorstellungen und Ziele – die kannst du in ihren Wahlprogrammen im Internet nachlesen. Die Mitglieder derselben Partei haben in allen wichtigen Fragen die gleichen Ziele. Und sie haben vorher vereinbart, wer Ministerpräsident werden soll, wenn ihre Partei die meisten Stimmen bekommt. Der Politiker, der in einem Wahlkreis die meisten Stimmen bekommt, zieht direkt als Abgeordneter in den Landtag ein. Die Abgeordneten wählen den Ministerpräsidenten, also den Chef der Regierung. Die Partei, die am meisten Abgeordnete hat, stellt darum meistens auch den Ministerpräsidenten.

Mehr Infos:
Ein Erklärvideo findest du unter www.stzlinx.de/gm5 (klick). Objektive Infos bietet die Landeszentrale für politische Bildung unter www.lpb-bw.de/machs-klar (klick).