Australien Das Koala-Krankenhaus

Seit Oktober wüten heftige Feuer in Australien. Bei den Buschbränden sind nicht nur viele Menschen verletzt worden, sondern auch Tiere wie Koalas. Wie gut, dass es in der Stadt Port Macquarie ein Krankenhaus gibt, das die Beuteltiere behandelt!

Mit seinen bunten Gipshänden sieht der Koala richtig niedlich aus (siehe unten). Aber der Verband ist nicht zum Spaß da: Die Pfoten des Beuteltiers namens „Lakes Innes Nature Reserve Peter“ wurden bei einem Brand verletzt. Für Koalas sind Buschbrände sehr gefährlich, weil sie zu langsam sind, um vor den Flammen wegzulaufen. Seit im Oktober die ersten Feuer im Osten Australiens ausgebrochen sind, sollen mehr als 1000 Koalas gestorben sein, schätzt die Australische Koala-Stiftung. Grundsätzlich haben es Koalas schwer. Hunde, Füchse und Wildkatzen jagen sie. Außerdem haben sie immer weniger Platz zum Leben, weil die Städte und Dörfer der Menschen größer werden, neue Straßen gebaut und Wälder abgeholzt werden. Mit Autos stehen die Tiere sowieso auf Kriegsfuß. Vor allem in der Paarungszeit kommt es oft zu Unfällen. Die Koalas, die in der Nähe von Port Macquarie leben, haben Glück: In der australischen Stadt gibt es ein Krankenhaus nur für Koalas. Vier Angestellte und ungefähr 150 Freiwillige arbeiten dort. Sie kümmern sich um verletzte und kranke Beuteltiere und sammeln für sie Futter: Eukalyptusblätter.

Paul Kells ist einer der Freiwilligen. „Jeder Koala hat sein eigenes Revier“, erklärt er. „Deshalb ist es wichtig, dass wir die Tiere genau dorthin zurückbringen, wo sie gefunden wurden, sobald sie gesund sind.“ Damit sich die Helfer leichter merken können, wo das war, bekommt jeder Koala einen Namen. Dieser besteht aus  dem Ort, an dem er gefunden wurde, und dem Namen seines Finders. „Lakes Innes Nature Reserve Peter“ wurde von einem Mann namens Peter im Naturschutzgebiet (Nature Reserve) Lakes Innes gefunden. Obwohl es dem verletzten Koala schon viel besser geht, muss er wohl noch eine Weile im Krankenhaus bleiben. Denn in vielen Wäldern brennt es immer noch. „Die Patienten werden erst entlassen, wenn die Lage sicher ist“, sagt Sue Ashton, die Präsidentin des Krankenhauses. Ganz so einfach wird das aber nicht: Weil viele Wälder zerstört sind, müssen die Helfer für die meisten Koalas erst einmal ein neues Revier finden. Eine gute Sache haben die Buschbrände aber bewirkt: Bei einer Spendenaktion im Internet haben rund 45 000 Menschen aus der ganzen Welt umgerechnet mehr als 1,23 Millionen Euro gespendet. Mit so viel Geld hatte die Krankenhauspräsidentin Sue Ashton überhaupt nicht gerechnet!

Koala mit Gips