Jubiläum "Wir klären die wirklich wichtigen Fragen"

Die "Stuttgarter Kinderzeitung“ und die "Stuttgarter Kindernachrichten" feiern heute ihren fünften Geburtstag. Unsere Kinderreporter Leonie (13), Paula (14), Quentin (11), Lucas (12) und Felix (14) erzählen, was sie mit uns schon alles erlebt haben.

Welches Ereignis als Kinderreporter ist euch besonders im Gedächtnis geblieben?

Lucas: Für mich war das lehrreichste Erlebnis, als ich mich wie ein selbst fahrendes Auto gefühlt habe. Ich lag auf einem kleinen Fahrzeug mit einer Virtual-RealityBrille und habe „gesehen“, was das selbstfahrende Auto sieht. Ich habe fast nichts erkannt und musste aufpassen, dass ich nicht irgendwo dagegen fahre. Seit dieser Testfahrt habe ich mehr Verständnis für autonome Fahrzeuge, aber nicht unbedingt mehr Vertrauen in sie.

Leonie: Ich durfte mit dem ehemaligen Torwart der Stuttgarter Kickers, Mark-Patrick Redl, trainieren. Am Ende hat er mir Handschuhe geschenkt, darüber habe ich mich total gefreut. Mittlerweile spielt mein Bruder mit denen. Ich wollte sie nicht an die Wand hängen, die sollen benutzt werden!

Quentin, dich hat man erst vergangene Woche in der Kinderzeitung gesehen.

Quentin: Ja! Das war mein Lieblingstermin. Wir haben mit dem Stuttgarter GraffitiKünstler Jeroo einen Fisch an die Wand gesprüht. Vorher hat er uns erzählt, dass er mal illegal gesprüht hat und deswegen 500 Mark bezahlen und Kartoffeln schälen musste. Er hat uns auch den Tipp gegeben, dass wir erst ganz viel auf Papier malen sollen, bevor wir mit dem Sprühen anfangen. Das mache ich jetzt.

Als Kinderreporter dürft ihr nicht nur Sachen ausprobieren, sondern auch Interviews führen. Was habt ihr dabei erlebt?

Felix: Ich durfte beim Musical „Mary Poppins“ hinter die Kulissen schauen und mit den Darstellern sprechen. Das war ziemlich witzig, weil ich den Kinderdarsteller schon kannte. Wir hatten beide davor den jungen Tarzan im Musical gespielt. Normalerweise unterhalten wir uns ganz normal, wenn wir uns sehen – und auf einmal stellte ich ihm Fragen für ein Zeitungsinterview!

Paula: Im Juli 2015 habe ich den Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann getroffen. Ich weiß noch, dass ich echt aufgeregt war, weil ich zum ersten Mal so eine berühmte Person getroffen habe. Zuerst mussten wir durch den Security-Check, dann haben wir in einem Raum auf ihn gewartet. Als Winfried Kretschmann dann reinkam, musste er direkt wieder rausgehen. Sein Pressesprecher hatte bemerkt, dass der Ministerpräsident einen Kaffeefleck auf dem Hemd hat. Darum musste er sich erst umziehen.

Erinnerst du dich, wie du dich auf dieses Gespräch vorbereitet hast?

Paula: Zuerst wusste ich nicht so genau, wer das ist. Ich war erst zehn Jahre alt. Mit meiner Mutter habe ich mir dann die Tagesschau angesehen, wenn über ihn berichtet wurde. Und ich habe Bilder von ihm gesucht und überlegt, welche Fragen ich stellen könnte. Ich wollte Dinge von ihm wissen, die mich betreffen und interessieren. Kinder stellen einfach andere Fragen als Erwachsene.

Ist bei eurem Einsatz als Kinderreporter auch mal etwas Witziges oder Ungeplantes passiert?

Leonie: Ich habe mit meinem Bruder den Extremkletterer Alexander Huber interviewt. Während des Gesprächs sind ständig Leute vorbei gekommen. Einige haben uns einfach fotografiert, ohne zu fragen. Das fand ich ziemlich frech.

Gab es schon Termine, bei denen ihr vorher gedacht habt: Das wird langweilig. Und dann war es viel besser als vermutet?

Felix: Ja, beim Thema „Typisch Jungs, typisch Mädchen“. Darüber haben wir zu viert diskutiert. Am Anfang dachte ich: Da gibt es doch nicht so viel zu bereden. Aber dann waren die anderen Kinderreporter ganz cool. Wir haben offen gesprochen, oft gelacht und doch richtig viel erzählt.

Paula, du hast mit uns das SOS Kinderdorf in Schorndorf besucht. Danach hattest du weiterhin Kontakt zu einem Mädchen, das dort lebt. Schreibt ihr euch noch?

Paula: Etwa ein halbes Jahr hatten wir viel Kontakt, dann ist das weniger geworden. Manchmal haben wir abends eine halbe Stunde lang hin und her geschrieben und uns unterhalten. Dieser Termin im SOS-Kinderdorf hat mich lange beschäftigt.

Was gefällt euch denn besonders daran, Kinderreporter zu sein?

Lucas: Man trifft berühmte Leute und erfährt einfach mehr, worum es wirklich geht. Wenn ich in anderen Zeitungen oder Zeitschriften Interviews lese, denke ich manchmal: Warum wird diese Frage überhaupt gestellt? Die ist doch eigentlich überflüssig. In der Kinderzeitung sollen die wirklich wichtigen Fragen geklärt werden. Dazu will ich meinen Teil beitragen.

Leonie: Ich will Fragen stellen, die auch andere interessieren und die nicht langweilig sind. Es ist auch cool, wenn ich in der Schule angesprochen werde: „Ich habe dich in der Zeitung gesehen, wie war es denn da?“. Das fragen mich meine Mitschüler aber auch die Lehrer.

Quentin: Ich wurde vor Kurzem sogar im Bus angesprochen. Mir ist das eher unangenehm, wenn ich die Leute nicht richtig kenne. Das ist etwas ganz anderes, als wenn man mit seinem besten Freund darüber spricht, was man erlebt hat.

Als Kinderreporter begleitet ihr uns zu Terminen und stellt eure Fragen. Danach müsst ihr darauf warten, bis die Ausgabe mit diesem Thema erscheint. Würdet ihr gerne mitbestimmen, was am Ende auf den Seiten steht?

Felix: Ich bin froh, dass ich den Text nicht schreibe. Wir Kinderreporter haben den Spaß, die Redakteure schreiben es auf. Das ist gut so.

Leonie: Ich denke oft: Jetzt haben sie das blödeste Foto ausgesucht, dass es von mir gibt.

Lucas: Oh ja, genau! Das geht mir auch manchmal so. In einer Ausgabe ist ein Foto drin, wo ich wegschaue. Das finde ich irgendwie komisch.

Welche Eigenschaften braucht man als Kinderreporter?

Leonie: Man muss neugierig sein und sehr gerne Fragen stellen.

Felix: Und man sollte nicht allzu zu schüchtern sein.


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